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  • GT3 Masters - Saisonbeginn in Monza

    Früher Montagmorgen, der Dunst in Mailand liegt noch über der Stadt, die Straßen sind berufsbedingt verstopft. Die Stadt schläft selten, doch heute ist alles nochmal ganz anders. Enthusiasten des Motorsports säumen zahlreich die Bürgersteige. Normalerweise ist das ein Zeichen dafür, dass die MotoGP rund um Superstar Valentino Rossi Halt in Italien macht. Das weltweit ansteigende Interesse für die GT3-Masters scheint aber auch die Tifosi ergriffen zu haben. Den vorbeifahrenden Team-Trucks wird applaudiert und die Kinder hoffen auf dem Weg zur Schule das ein oder andere Poster für das heimische Zimmer abzugreifen. So bewegt sich der Tross Meter um Meter Richtung Monza zum Start der diesjährigen Saison.

    Angekommen an der Strecke werden Technik und Boliden in den Boxen verstaut und sich ein Überblick über die neuen Konkurrenten verschafft. ROST-Racing, Scuderia Vittoria und zahlreiche Privatfahrer haben viel Geld für neue Technik in die Hand genommen und sich einen der brandneuen Porsche 911 GT3R gesichert. Dazu gesellen sich Teams wie KoHo Racing und das Mahle Racing Team, die mit Vorjahreswagen in Form des Audi R8 LMS Ultra bzw. dem BMW Z4 GT3 antreten und im Laufe der Saison mit neuen Boliden rechnen. acSociate Racing und Alpha Racing setzen auf den mit neuen Teilen aus Maranello bestückten Ferrari 488 GT3. Forza Engineering, entgegen dem italienisch angehauchten Namen, dreht seine Runden im neuen Mercedes Benz AMG GT3. Natürlich ist auch das dominierende Fahrzeug zahlreicher Langstrecken-Events vertreten. Viele Privatfahrer und Team Batwing  entschieden sich für den McLaren 650S GT3. Gerade als der Großteil die Besichtigung der Konkurrenz für beendet erklären wollte, rollten in den letzten drei Boxen zwei Exoten aus den Trucks. Der Privatfahrer Dirk Dietrich entschied sich als Einziger im Feld für den Nissan GTR GT3, ebenso wie Team Blackwing die einzigen Lamborghini Huracan GT3 stellt. Mit einem müden Lächeln wurde die Fahrzeugwahl mit ihrer alten Technik zur Kenntnis genommen und sich wieder seinen eigenen Boliden gewidmet.

    Qualifying:

    Das müde Lächeln über veraltete Technik verschwand relativ schnell, als die beiden mit dem Bullen im Emblem gekennzeichneten Rennwagen im Gleichschritt die Start-Ziel-Gerade entlangflogen. Sagenhafte 290km/h am Anbremspunkt zur ersten Schikane blinkten auf den Bildschirmen der Teamchefs auf. Kaum verwunderlich, dass es am Ende des Qualifying Startplatz 2 und 3 auf der Highspeed-Strecke für die Fahrer von Team Blackwing heraus sprang. Die Pole Position für das Sprintrennen sicherte sich der Privatfahrer Max Gripp im McLaren. Trotz niedrigerer Endgeschwindigkeit im 650S GT3 wusste er die Kurven geschickt zu nutzen, um die entscheidenden Zehntel zu finden. Der erste Porsche im Feld, gefahren von Sven Walther, komplettierte die zweite Startreihe.

    Sprintrennen:

    Das anschließende Sprintrennen sollte schon am Start entschieden werden. Nach einer guten Qualifikationsrunde von Platz 7 startend, rauschte Oberst Heftig nach einer Aneinanderreihung von unglücklichen Umständen fast ungebremst in die beiden Lamborghinis von Team Blackwing. Zahlreiche Folgeunfälle machten den Weg frei für Max Gripp. Kampflos drehte er konstant seine Runden und fuhr zum ersten Sieg der Saison.

    Weiter hinten begann für Max Wandel und Matthias Rudolph mit ihren ramponierten Boliden die Aufholjagd. Den langen Geraden in Monza und den ein oder anderen Fehlern der Konkurrenz geschuldet, verlief diese zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, Platz 3 und 4.

    Im vorderen Mittelfeld lieferte sich Patrick Hoff im Audi einen Kampf mit Dennis Schmitz im BMW. Auf den Geraden war mit dem Audi nicht ans Überholen zu denken und in den Kurven verteidigte Schmitz seine Position, so Hoff nach dem Rennen. Im Endeffekt Platz 6 und 7.

    Team Rost erlebte währenddessen ein Rennen aus völlig verschiedenen Perspektiven. Verwickelt im Start-Crashlief es für Ronny Dee nicht wirklich gut. Platz 16 im Sprintrennen bedeutete wenigstens  eine gute Ausgangslage fürs Hauptrennen. Sven Walther hingegen fuhr in der Spitzengruppe mit. Auch der Rempler am Heck von dem sich wild drehenden Matthias Rudolph hielt ihn nicht davon ab um Platz 3 zu kämpfen. In Runde 7 verlor er allerdings durch den direkten Windschatten und der daraus resultierenden Dirty Air sein Heck in der Parabolica und musste mit ansehen, wie die beiden Lambos von dannen zogen, Platz 5.

    Unglücklich verlief das Rennen für Rayleigh. Nach einem super Start und drei gewonnen Plätzen musste er aufgrund einer Karambolage in den Lesmo-Kurven ins Kiesbett ausweichen. Bei der Rückkehr auf die Strecke war entsprechend wenig Platz und es ging für eine weitere Ausfahrt ins Grüne. Verärgert stand am Ende nur Platz 19 auf dem Tableau.

    Hauptrennen:

    Wer kennt es nicht, das erste Mal, aufgeregt bis zum geht nicht mehr und mit den Gedanken ganz woanders. So ähnlich verlief der Start im reversed Grid zum Hauptrennen ab. Das erste Mal ein fliegender Start, das hatten einige wohl 30 Sekunden nach Ankündigung durch den Rennleiter schon wieder vergessen und freuten sich über einen Bombenstart beim Schalten der Ampel von Rot auf Grün. Dem Reglement entsprechend, wurde dieses Verhalten im Nachhinein mit einer Drive-Through Strafe für das nächste Hauptrennen geahndet.

    Ansonsten verlief der Start besser als im ersten Rennen und der Großteil überstand die ersten Kurven ohne nennenswerte Kratzer. Ausgenommen davon Stefan aus dem BMW Werksteam Mahle Racing. Gedreht im zweiten Teil der Schikane stand er falsch herum auf der Strecke und konnte nur beten, dass jeder rechtzeitig ausweichen würde. Dem war leider nicht so. Im Interview nach dem Rennen schilderte Max Wandel den Vorfall aus seiner Sicht: „Ans Überholen war in den ersten Kurven überhaupt nicht zu denken. Die Strecke erschien mir aus dem Cockpit wie ein riesiger Parkplatz, überall Autos die sich in Schrittgeschwindigkeit vorwärts bewegten. Als ich aus der zweiten Kurve dann herausbeschleunigen wollte, machte mein Vordermann auf einmal einen Schlenker. Für mich war es da schon zu spät, keine Chance zu reagieren, mir tut es natürlich Leid für Stefan, der seine gute Ausgangsposition fürs Rennen schon in Kurve 2 verloren hat“. Platz 23 im Hauptrennen hieß es im Endeffekt für Stefan.

    Ansonsten war das Rennen vor allem aus der Sicht der Gewinner des Sprintrennens taktisch geprägt. Frühe Boxenstopps resultierten in freie Fahrt, die von allen genutzt wurde, um schnelle Rundenzeiten hinzulegen. So kam es für die Spitzengruppe erst spät zu Duellen auf der Strecke, da die meisten Konkurrenten während ihres eigenen Boxenstopps überholt wurden. So landeten Max Gripp und die beiden Lambo-Fahrer auch im Hauptrennen in den Top 5.

    Wie schon im Sprintrennen konnte Sven Walther auch im Hauptrennen nicht das ganze Potential aus seinem Wagen herausholen. War es im ersten Rennen noch ein selbstverschuldeter Einschlag in der Wand, wurde er im zweiten Rennen unglücklicherweise in der Zufahrt zur ersten Schikane abgeräumt. Dem frühen Boxenstopp geschuldet, mussten auf dem Porsche die Mediums aufgezogen werden mit denen er der Spitzengruppe nicht mehr gefährlich werden konnte. Nichts desto trotz ein guter 9. Platz.

    Ein Rennen zum Vergessen erlebte das Forza Engineering Team. Noch sichtlich aufgebracht, berichtete Tony Torque im Nachhinein: „Es lief eigentlich alles nach Plan, die schnellen Leute von hinten drückten und nach vorne ging nicht viel, aber alles im Rahmen. Bei der Rennhälfte kam es dann zu einem vermeidbaren Zusammenstoß infolgedessen irgendeiner mit Seh-, Einschätzungs- und Denkschwäche eine Lücke gesehen hat, wo keine war.“ Folgedreher und ein zerstörter Mercedes waren das Ergebnis, Platz 18. Auch Frenk erfuhr am eigenen Leib, was ein Rennunfall für Folgen haben kann. Dreher vor ihm, nachfolgender Verkehr ohne Fokus und aus dem Nichts ist man der Spielball aller anderen. Ein sonst ordentliches Rennen endete so auf dem enttäuschenden 15. Platz

    Nach einem erlebnisreichen Saisonstart gilt es jetzt für alle die Augen nach vorne zu richten. Das Rennen in Barcelona steht auf dem Programm und die Wetterberichte lassen eine enorme Hitze zu erwarten. Dieses Mal scheint auch der Übertragungswagen von Flightmaximus den Weg gefunden zu haben und alle Zuschauer dürfen gespannt sein auf die Live-Übertragung. Bleibt nur noch zu hoffen, dass das Starterfeld genauso gefüllt wie zum Saisonstart ist.

    Geschrieben am Dienstag, 07 Februar 2017 19:27 in News ACR Kommentare (6) Gelesen 101 mal

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Neueste Kommentare

  • GT3 Masters - Saisonbeginn in Monza

    STQ STQ 08.02.2017 18:52
    Mit sehr schöner Feder geschrieben. :lol:

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  • GT3 Masters - Saisonbeginn in Monza

    aleex! aleex! 08.02.2017 07:50
    Tip Top !

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  • GT3 Masters - Saisonbeginn in Monza

    tabis tabis 07.02.2017 22:21
    Fein, aber da fehlt was! :P

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  • GT3 Masters - Saisonbeginn in Monza

    Matthias Rudolph Matthias Rudolph 07.02.2017 21:45
    Spitzenmäßig

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